Diagnostik und Training nach der AFS-Methode

Zu Beginn gibt es ein Anamnesegespräch und es wird am Computer der AFS-Test durchgeführt.

Der AFS-Dyslexia-Screeningtest ist ein für den deutschen Sprachraum völlig neues Testverfahren, das in den USA in einem Forschungszentrum für Legasthenie/Dyskalkulie (Dyslexia Research Center) unter Mitwirkung von Frau Dr. Kopp-Duller entwickelt wurde.

Dieses Testverfahren ermöglicht, eine eventuell vorliegende Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie/Rechenschwäche festzustellen und zu kategorisieren.

Das heißt, es werden – neben der Aufmerksamkeit und Feststellung der Fehlersymptomatik – alle beschriebenen Wahrnehmungsbereiche getestet. Weil dies natürlich bei jedem Kind individuell ausfallen wird, ist dieser Test für die Trainingsplanung sehr wichtig.

Deshalb wird der AFS-Test immer durchgeführt – auch dann, wenn die „Diagnose“ anderenorts schon gestellt wurde.

Training

Grundsätzlich beinhaltet jede Trainingsstunde Inhalte der beschriebenen Bereiche.
Es werden Übungen/ Methoden zur Steigerung der Aufmerksamkeit angeboten, Übungen in den Bereichen der betroffenen Sinneswahrnehmungen durchgeführt und es wird natürlich am „eigentlichen“ Problem, also Lesen und Schreiben gearbeitet.

Nach dem Test werden ein Therapieplan und ein pädagogisches Gutachten erstellet. Der Therapieplan ist auch Grundlage für das tägliche Training zu Hause. Das Kind bekommt hierfür Arbeitsblätter und Aufgaben mit.

Als Trainerin arbeite ich einmal wöchentlich mit dem Kind, begleite die Entwicklung und passe die Trainingsinhalte entsprechend an. Im Verlauf kann auch der AFS-Test wiederholt werden.

Man spricht von Training, weil Legasthenie/Dyskalkulie in dem Sinne nicht „geheilt“ werden können.

Aber mit gezieltem und ausdauerndem Training, kann ein Kind diese Situation so weit überwinden, dass es alles erreichen kann, was seine Intelligenz und Begabungen ihm ermöglichen. Dieses Training kann sich über mehrere Jahre erstrecken.

Auffälligkeiten der Wahrnehmung im Vorschulalter

Legasthenie/Dyskalkulie können erst im Schulalter festgestellt werden (s.o.). Auffälligkeiten in den verschiedenen Wahrnehmungs- und Verarbeitungsbereichen können aber schon früher bemerkt werden.

Nicht alle Kinder mit Auffälligkeiten, haben eine Legasthenie/Dyskalkulie!

Aber die legasthenen/dyskalkulen Kinder haben – wie beschrieben – Auffälligkeiten in diesen Bereichen.
Darum ist es in jedem Fall sinnvoll, frühzeitig – schon im Vorschulalter – zu fördern und nicht zu warten, bis “es sich auswächst“.
Denn je besser die Wahrnehmungs- und Verarbeitungsbereiche entwickelt sind, desto leichter wird es dem Kind fallen, die Anforderungen in der Schule zu bewältigen.

 

„Lernt das betroffene Kind frühzeitig, also sobald es in die Schule kommt, mit seiner Legasthenie/Dyskalkulie umzugehen, wirken keine negativen Erlebnisse wie ständige Frustrationen oder Enttäuschungen auf das Kind ein. So wird auch ein legasthener/dyskalkler Mensch das Lesen, Schreiben und Rechnen erlernen, wenn auch etwas langsamer als seine Schulkameraden. Grundlegend ist natürlich, dass die Erscheinungsformen, die seine individuelle Legasthenie/Dyskalkulie ausmachen, erkannt und gefördert werden.“