Was ist mit primärer oder sekundärer Legasthenie/ Dyskalkulie gemeint?

Primäre Legasthenie/Dyskalkulie

Eine primäre Legasthenie/Dyskalkulie beschreibt das Vorliegen dieser Erscheinung. Wenn darauf im pädagogischen Umgang adäquat reagiert wird, lernt das Kind vielleicht langsamer und mit mehr Zeiteinsatz als seine Schulkameraden. Aber es kann „seine Problematik überwinden“, seine Talente entwickeln und psychisch gesund aufwachsen.

Sekundäre Legasthenie/Dyskalkulie

Von sekundärer Legasthenie/Dyskalkulie spricht man, wenn das Vorliegen einer Legasthenie/Dyskalkulie nicht erkannt und von pädagogischer Seite nicht entsprechend reagiert und auf das Kind eingegangen wird. Dies kann zu schweren psychischen Störungen führen (Frustration, Enttäuschung, Angst, Trauer, Wut usw.), die sich in unterschiedlichen Ausprägungen und Auswirkungen zeigen können.

Diese Sekundärformen können viel gravierendere und schwerer zu behandelnde Auswirkungen haben als die Tatsache, dass ein Kind von Legasthenie/ Dyskalkulie betroffen ist. Nicht selten wird das ganze weitere Leben davon überschattet.

Wenn eine sekundäre Legasthenie/Dyskalkulie vorliegt, muss unbedingt fachliche Hilfe (psychologische Betreuung) hinzugezogen werden.

Wichtig ist es auch, dass mit dem Kind offen über die Situation gesprochen wird. Häufig ist es sogar erleichtert, denn es spürt ohnehin, dass es in den betreffenden Bereichen mehr Probleme hat, als seine nichtbetroffenen Kameraden.
Dies hilft ihm auch, die Tatsache, dass es mehr arbeiten muss als andere Kinder, anzunehmen und motiviert dabei zu bleiben.

Hier kommt der Erwachsenenwelt um das Kind herum eine wichtige Bedeutung zu.
Für das Kind ist es am besten, wenn alle beteiligten Erwachsenen: Eltern, Lehrer, Trainer, Arzt, wenn nötig, andere Spezialisten zusammenarbeiten “an einem Strang ziehen“ und ihm mit Geduld und Verständnis zur Seite stehen.