Wann kann die Diagnose gestellt werden?

Der Schulbeginn als Indikator

Eine Legasthenie/Dyskalkulie fällt erst zu Schulbeginn auf, nämlich dann, wenn das Kind mit Symbolen (Buchstaben oder Zahlen) konfrontiert wird – meist in der 2. Hälfte des ersten Schuljahres.

Auch wenn es im Vorschulalter Hinweise auf veränderte Wahrnehmungen gibt (dazu im Folgenden mehr), kann die Diagnose erst zu Schulbeginn gestellt werden.

Häufig geraten legasthene/dyskalkule Kinder in den Verdacht,  von ADS/ADHS – betroffen zu sein. Natürlich gibt es Menschen, bei denen sowohl eine Legasthenie/Dyskalkulie als auch ADS/ADHS vorliegen.
Kann ein Kind bei anderen Tätigkeiten lange und ausdauernd aufmerksam bleiben (z. B. ausdauernd mit dem Legobaukasten, oder mit Puppen spielen), ist das Vorliegen einer ADS/ADHS unwahrscheinlich.

Nicht selten ist es sogar so, dass Kinder mit einer Legasthenie in anderen Gebieten besondere Begabungen haben – so beispielsweise im technisch/mathematischen oder musisch/künstlerischen Bereich.

Es scheint vielmehr so zu sein, dass die rechte Hirnhälfte davon profitiert, dass es aufgrund der genetischen Disposition Entwicklungen gibt, die zu Lasten der linken Hemisphäre (wo das Sprachzentrum liegt) gehen.

„Legasthenie sollte – wie Linkshändigkeit – nicht als Anomalität verstanden werden, sondern als Zeichen für besondere Begabungen im nichtsprachlichen Bereich.“